|
Die Reise
Abreise Bremerhaven, 31.07.2004 Das etwas versteckt gelegene CCC (Columbus Cruise Center) war erst nach
mehreren Umwegen zu finden. Wir reisten privat mit PKW an. Nach dem Passieren des Schlagbaums am CCC nahm ein Vertreter der Fa. Kühne&Nagel den Wagen in
Empfang. Für 115€ war er hoffentlich gut aufgehoben. Ähnlich wie am Flughafen erfolgt anschließend das Einchecken im Terminal. Das gesamte Gepäck wird
durchleuchtet. Diese neue Prozedur wird seit kurzem international gefordert. Auf der Gangway zum Schiff wurde von Bordfotografen das erste Foto gemacht.
Dieses, und später weitere konnte man für 5€ erwerben. Im Eingangsbereich begrüßte der Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka persönlich seine Gäste.
Anschließend wurden wir zu unseren Außenkabinen auf dem Saturndeck geführt. Da die Gorki für uns neu war, gingen wir erst einmal daran, sie zu erkunden.
Auffällig ist der breite Mittelgang, der sich auf den meisten Decks von vorn nach achtern durch das Schiff zieht. Davon
gehen kleine schmale Quergänge seitlich ab, die in zwei bis zu sechs Kabinen münden (je nach Größe).
Unsere Kabinen hatten je eine Größe von 17 bzw. 18m², hatten große Schränke und weitere vielfältige Ablagemöglichkeiten. Das Bad ist sogar mit einer Badewanne ausgestattet.
Im ganzen wirkt die Einrichtung, wie auch das ganze Schiff ein wenig altbacken bzw. antiquiert. Es ist aber alles sehr gut
gepflegt und erhalten, so dass man sich durchaus damit arrangieren kann, wenn man keine Ambitionen an ein Luxusschiff hat.
Für den ersten Tag blieb uns nur noch zwei Sachen zu tun, uns um die Tischreservierung zu kümmern und die ersten
Ausflüge zu buchen. Alle Gäste des Saturndecks speisen eigentlich im Restaurant Crimea, leider war dann kein
zusammenhängender Vierertisch mehr frei, so dass wir ins Restaurant Odessa umgebucht wurden, das einzige Restaurant auf der Gorki mit Fenster.
Nach dem Abendessen ließen wir den Abend bei Musik und Tanz in der Rossia-Lounge ausklingen.
Erster Seetag, 1.08.2004 7:30Uhr, Guten Morgen Maxim Gorki. Mit sanften Vogelgezwitscher wurden wir geweckt. Dies sollte die nächsten 16 Tage unser Weckruf werden. Heute machte uns Melanie, Mitglied des Kreuzfahrt-Reiseteams, mit dem anstehenden Programm
dieses Tages vertraut. Dann hieß es, langsam aufstehen, frisch machen und frühstücken. Dieser erste Tag diente in erster
Linie dazu, sich mit dem Schiff und seinen Einrichtungen vertraut zu machen. Wie immer, wenn man das erste Mal auf einen
neuen Schiff ist, hat man anfangs Probleme, sich zu orientieren. All die Räumlichkeiten der TS Maxim Gorki machten einen
sehr gepflegten Eindruck. Nur wenn man genauer hinsah, merkte man, dass einiges schon arg verschlissen war und einer Erneuerung bedurfte.
Es fällt auf, dass ein relativ großer Bereich für Raucher reserviert ist. Das stört auch im Restaurant ein wenig, denn die
Raucher-Nichtraucher-Bereiche sind nur symbolisch voneinander getrennt, die Klimaanlage arbeitet aber sehr effektiv, so dass Belästigungen auf ein Minimum reduziert werden. Der heutige Rettungsbootsalarm war eine Pflichtübung, an der jeder Passagier
teilzunehmen hatte. Ansonsten gab es ein Diabetiker-Vegetarier-Treffen, einen ökumenischen Gottesdienst und einen Vortrag zu den Ausflugszielen auf dieser Reise.
Auf dem traditionellen Kapitänsempfang (mit Kapitän Nosko), auch der Kreuzfahrtdirektor begrüßte seine Gäste noch einmal persönlich, wurde die
Schiffsführung und die Phönix-Bordreiseleitung vorgestellt. Anschließend gab es mit dem Galadinner den kulinarischen Höhepunkt des Tages.
Am Abend stellten sich die mitreisenden Künstler in einer ersten gemeinsamen Show vor. Von Zauberer, der gleichzeitig durch das Programm führte, einem
Tanzballet, über Gesangsduo, bis hin zur klassischen Musik, war alles vertreten. Wir hatten später auf der Reise noch die Gelegenheit, die Künstler genauer kennenzulernen.
Invergorden (Schottland), 2.08.2004
Heute war frühes Aufstehen angesagt, denn bereits ab 07:30 Uhr begannen die Ausflüge. Unser gebuchter Ausflug hieß „Loch Ness und Cawdor Castle“ (Bildergalerie). Wie der Name schon vermuten ließ, wollten wir uns auf die Spuren
von Nessie begeben. Leider hielt der Ausflug nicht, was er versprach. Als Ganztagsausflug ausgeschrieben, kostete er mit Lunchpaket 59€ pro Person. Was bekamen wir dafür geboten? Insgesamt drei Stunden Busfahrt durchs Land mit dürftigen Informationen, drei Fotostops in verschiedenen Orten mit insgesamt eineinhalb Stunden, eine
Schloßbesichtigung, ebenfalls ohne Erklärung oder Führung. Als Höhepunkt der Tour: Loch Ness, ein ganz normaler See im schottischen Hochland gelegen. Das
Einzige was mit Nessie in Verbindung zu bringen ist, sind die sich darum rankenden Legenden mit den daraus resultierenden Souveniershops, einer Ausstellung und
einer (lebensgroßen?) Nessie-Nachbildung. Fazit: Mit dem Gebotenen sollte dieser Ausflug nicht mehr als 39€ kosten.
Nachmittags lief die Gorki dann wieder aus, Richtung Thorshavn (Farörer Inseln). Einige Veranstaltungen am Nachmittag verkürzten das Warten auf das Abendessen
. U.a. wurden ein Russischsprach- und ein Tanzkurz angeboten, in der Bibliothek gab es Bücher zum Ausleihen und es wurde Bingo gespielt. Nach dem Abendessen gestaltete Helmut Schmiedeberg seine Show im Musiksalon
. Neben zauberhaften Kunststücken schaffte er es auch auf musikalische Art, sein Publikum mit Liedern rund um die Seefahrt zu begeistern.
Eine anschließende Black & White Party mit viel Wodka rundete den Abend ab.
Thorshavn (Faröer-Inseln), 3.08.2004
Dadurch, dass das Schiff planmäßig erst mittags in Thorshavn eintreffen sollte, hatten wir den Vormittag zur Erholung und Entspannung. Um 12:00 Uhr wurde der
Anker geworfen und die ersten Ausflügler konnten ausgebootet werden. Als wir eintrafen, umgab dicker Nebel die Insel, und das sollte sich auch nicht wesentlich
ändern. Das Wetter erschwerte etwas das Tendern, so dass sich der ganze Vorgang für alle Passagiere zwei Stunden hinzog. Nachdem wir dann endlich an
Land waren, zeigte sich schnell, dass wir zwischenzeitlich nicht viel versäumt hatten, das Interessanteste des Landgangs war das Übersetzen mit dem
Tenderboot. So waren wir wieder schnell zurück an Bord. Um 21:00 Uhr verließen wir die dänischen Seegrenze und begaben uns auf den Weg nach Reykjavik.
Der Showhöhepunkt dieses Abends war ein Gesangsduo.
Wem dies nicht zusagte, der suchte sich eine andere Unterhaltung an Bord.
Zweiter Seetag, 4.08.2004 Die lange Überfahrt nach Island machte es möglich, einen weiteren Seetag entspannt zu genießen. Das Wetter hatte sich deutlich gebessert, so dass man sich
am Pool sonnen konnte oder man ließ sich auf dem Achterdeck an der Neptunbar den Wind um die Ohren wehen. Jetzt fehlten nur noch ein paar Wale oder Delphine für die „Sehleute“.
Um 19:00 Uhr wurde das Abendessen serviert, das diesmal unter dem Motto “Skandinavische Küche“ stand. In der
allabendlichen Show unterhielt die Sängerin Stefanie Kopinits mit hörenswerten Stücken aus Oper und Operette (sehr hohe Qualität).
Ab 21:00 Uhr konnte außerdem zu den Klängen der Bordband in der Rossia-Lounge oder in der Diskothek Captain's Club
getanzt werden. Diese Möglichkeit bot sich einem jedenTag, die ganze Reise lang.
Reykjavik (Island), 5.08.2004 Heute erreichten wir die Hauptstadt Islands. Island hat nur ca. 280.000 Einwohner und bietet damit mehr Platz (8 Einw./km2), als Norwegen seinen Bürgern (11 Einw./km2). Die angebotenen Ausflüge sind alle empfehlenswert, man hat aber auch
die Möglichkeit sich ein Taxi zum Festpreis zu mieten und kann damit die gleichen Touren unternehmen. Ab einer Personenzahl von Vier ist diese Variante preisgünstiger.
Ein besonderes Erlebnis ist ein Bad in der Blauen Lagune. Dort wird Atlantikwasser mit heißen Quellen erwärmt und mit Mineralen angereichert. Die
Wassertemperatur beträgt das ganze Jahr hindurch 35-38°C. Insbesondere für Leute mit Hautkrankheiten is dies eine interessante Sache.
Zwei weitere interessante Ausflüge sind zum einen eine Tagestour mit dem Jeep (6-8 Personen je Fahrzeug) ins Landesinnere, zum anderen kann man auch einen Zweitages-Ausflug buchen mit Übernachtung an Land. In dem Fall steigt man in Akureyri wieder auf das Schiff auf.
Dass Island zu den vulkanisch und tektonisch aktivsten Regionen der Welt gehört, dürfte vielen bekannt sein. Wer aber weiß schon, dass mitten durch Island
der Kontinentalriss verläuft, der die amerikanische und eurasische Kontinentalplatte teilt. Damit vergrößert sich Island jedes Jahr um ca. 2cm in Ost
-West-Richtung, was aber durch die Erosion an den Küsten weit gehend wieder aufgehoben wird. Aus geologischer Sicht gehört Island also sowohl zu Amerika als auch zu Europa.
Auf dieser Reise hatten wir das Glück, dass zeitgleich die ‚neue’ MS Albatros mit im Hafen lag. Das bot uns die
Gelegenheit, ihr einen Besuch abzustatten und ein paar Fotos zu machen. Diese Neuerwerbung von Phönix macht sowohl innen als auch außen einen sehr guten
Eindruck. Im Vergleich mit der Maxim Gorki wirkt sie eine Spur eleganter und hochwertiger. Eine zukünftig geplante Reise wird auch die inneren Qualitäten offenbaren.
„Von Tango bis Kalinka“ hieß am Abend das Showprogramm des Showballetts Advance. Diese sehr gute Tanzshow begeisterte eine Stunde das Publikum.
Akureyri (Island), 6.08.2004
Nachdem wir noch vor MS Albatros den Hafen von Reykjavik verlassen hatten, dauerte die Fahrt vom Südwesten Islands in den Norden 20 Stunden. Gegen 22:00
Uhr passierten wir bei guter Sicht den am südlichsten gelegenen Gletscher Snæfelljökull. Beeindruckend ist auch die Fahrt durch den Eyjafjörδur, ein Fjord,
durch den Akureyri,die Hauptstadt des Nordens erreichbar ist. Wegen des zu großen Tiefganges konnte die TS Maxim Gorki nicht an der Pier festmachen. Auf
Innenreede liegend traten wir gegen 14:00 Uhr mit dem Tenderboot unseren gebuchten Ausflug nach Myvatn und Godafoss an. Auch der Norden Islands
hält viele landschaftliche und geologische Besonderheiten bereit. Erwähnenswert sind beispielsweise die stark nach Schwefel riechenden Schlammquellen, der Wasserfall Gottes (Godafoss) und nicht zuletzt die Geisire.
Außerdem gibt es einen zweistündigen Ausflug zur Insel Grimsey, die am Polarkreis liegt und von einer Vielfalt an Vögeln
bewohnt wird. Mit Kosten von knapp 200€ pro Person (inkl. Flug) sollte man allerdings gut bei Kasse sein.
Da die Ausflüge erst am späten Abend endeten, war für diesen Tag kein Abendprogramm geplant, so dass er bei Musik und Tanz in den verschiedenen
Räumen ausklingen konnte. Um 21:00 Uhr verließen wir die Reede von Akureyri und nahmen Kurs auf Spitzbergen. Viereinhalb Stunden später hatten wir die Insel
Grimsey Backbord querab und überquerten damit den nördlichen Polarkreis.
Dritter Seetag, 7.08.2004 Der heutige Samstag stand ganz im Zeichen der Bordunterhaltung. Um 11:00 Uhr
kam, aus Anlass der Polarkreisüberquerung, Neptun mit seinem Gefolge an Bord der TS Maxim Gorki, um an den Staubgeborenen die Taufe zu vollziehen. Dieser
sehr vergnügliche Vormittag wurde mit einem Glas Glühwein im Lido-Café abgerundet. Mit einer Urkunde zur erfolgten Polartaufe wurden die Passagiere für die erlittenen Strapazen belohnt.
Der Nachmittag und Abend standen ganz im Zeichen russischer Kultur und Gastronomie. Nach dem russischen Abendessen, das wie immer sehr gut
vorbereitet war, fand im Musiksalon die russisch-ukrainische Folkloreshow der Besatzung statt. Alternativ gab es die Möglichkeit im Maxim-Theater einen Wiener Melodien-Abend zu genießen. Gegen 20:00 Uhr passierten wir die zu Norwegen gehörende Insel Jan Mayen.
Wir hatten das Glück diese über 50km lange Insel mit dem 2207m hohen Beerenberg, der bis tief ins Tal von einem Gletscher bedeckt wird, bei guter
Weitsicht zu erleben. Denn nur ganz wenige Tage im Jahr geben Nebel und Wolken den Blick auf die Insel frei. Hier geht’s zum Panoramafoto.
Vierter Seetag, 8.08.2004 Auch am Sonntag befanden wir uns weiter auf der Fahrt nach Spitzbergen. Dies
war auch die letzte Change, einen Brief oder eine Karte zu schreiben, um ihn dann den Briefkasten des nördlichsten
Postamtes der Welt, in Ny Ålesund, zu werfen. Wie immer an Seetagen liefen vormittags, nachmittags und abends Filme im Bordkino im Maxim Theater.
Am heutigen Abend fanden für den jeweils anderen Teil der Passagiere noch einmal die Shows des Vortages stand, und um 22:00 Uhr hieß es auf zur
Eisbärparty. Bekleidungsvorschlag war "schneeweiß", und wer dies einhielt, bekam von der Reiseleitung einen eisgekühlten Wodka spendiert. Die Auslegung,
was weiß ist, wurde sehr großzügig gehandhabt, so dass praktisch niemand um den Wodka herum kam. Worauf ebenfalls nicht so streng geachtet wurde, war das
zum Teil noch jugendliche Alter der Teilnehmer. Nicht nur zu dieser Veranstaltung, sondern auch über die gesamte Reise bekamen 15- und 16-jährige nahezu ohne
Beanstandung Alkohol ausgeschenkt. Es lag also in der besonderen Verantwortung der Eltern bzw. Großeltern, dass gewisse Regeln eingehalten wurden.
Ny Ålesund, Magdalenenfjord auf Spitzbergen (Norwegen), 9.08.2004
Zur Mitte der Reise erreichten wir endlich Spitzbergen. Dies war ein Höhepunkt, auf den wir uns schon lange vorher gefreut hatten und woran wir auch sehr hohe
Erwartungen knöpften. Um es vorweg zu nehmen, es war wunderbar. Wir hatten ausgesprochenes Glück mit dem Wetter und konnten die karge Landschaft mit
den vielen „spitzen“ Bergen und riesigen Gletschern in aller Schönheit bewundern. Abends trafen wir im Magdalenenfjord ein. Nachdem die dort beschäftigten
Polarbearwatcher grünes Licht für Landgang gegeben hatten, konnten wir mit Tenderbooten zur dortigen Gräberinsel übersetzen. Die eigentliche Halbinsel wurde nach den Gräbern früherer Walfänger benannt. Mittlerweile wird ein Besuch dieser Insel sehr restriktiv behandelt. Das Gleichgewicht der Natur darf auf keinen Fall gestört werden, und
bei Eisbärenbesuch bleibt die Insel aus Sicherheitsgründen tabu. Eine zünftige Party an der Eisbärbar rundete den Tag ab. Einige Besatzungsmitglieder und Passagiere ließen es sich nicht nehmen, in dem 3°C
kalten Wasser zu baden. An Bord wurden anschließend Drinks mit original zehntausendjahrem altem Gletschereis serviert.
Die Sonne schien nun schon den dritten Tag durchgehend, so dass man langsam die Tageszeiten durcheinander bekam. Um 23:00 Uhr machte sich das Schiff wieder auf die Reise.
Vierter Seetag, 10.08.2004
Auch der Dienstag stand noch einmal im Zeichen von Spitzbergen Am Vormittag fuhr das TS Maxim Gorki in den Isfjorden (Eisfjord) ein und passierte
erst Lonyearbyen und 28sm weiter die russische Enklave Barentsburg. Die Kreuzfahrtleitung lieferte parallel dazu stets ausführliche Hinweise, so dass man immer gut informiert war.
Die Seetage boten auch immer Gelegenheit über das Promenadendeck
zu wandeln und vielleicht das eine oder andere in den Boutiquen zu erstehen. Das Angebot war meistens sehr hochwertig, man musste aber schon eine Menge
Geld übrig haben, denn angesichts der Zollfreiheit der angebotenen Garderobe, waren die hohen Preise nicht erklärbar. Einzig in der Schmuck-/Uhrenboutique
und in der Parfümerie ließen sich ein paar Euro sparen. Kurios in diesem Zusammenhang ist, dass die angebotene Damenbekleidung fast durchgehend erst ab Konfektionsgröße 42 verfügbar war. Wie die Verkäuferin
mitteilte, bestand nach kleineren Größen kaum Nachfrage. Nun kann man trefflich Vermutungen über den Zusammenhang von Kreuzfahrten und Übergewicht,
gepaart mit dem durchschnittlichen Reisealter der Passagiere, anstellen. Fakt ist, wer sich mit Größe 38 etwas Passendes kaufen wollte, musste die
Kreuzfahrt nutzen, um in die Größe 42 (oder höher) „hineinzuwachsen“).
Der Dienstagabend war auch der Tag, an dem die Besatzungsmitglieder die öffentlichen Räume auf der Gorki nutzen durfte.
Da kam dann schon mal das eine oder andere Gespräch oder ein Tänzchen mit der Stewardess in Gange. Zuvor wurde im
Musik Salon unter wesentlicher Mitwirkung der Passagiere zur Unterhaltung wieder eine Spieleshow veranstaltet. Durch
den Abend führte Thomas, der als Mitglied des Phönixteams einen großen Anteil am Gelingen der Reise hatte.
Honningsvåg (Norwegen), 11.08.2004
Am Mittwoch befanden wir uns tagsüber auf der Überfahrt zum Nordkap. Wie geplant, erreichten wir 20:30 Uhr die Hafenstadt Honnigsvåg. Mit den bereitstehenden Bussen wurden die Landgänger zum Nordkap hoch gefahren.
Wettermäßig hatten wir diesmal nicht so viel Glück. Nach ca. 40 min. Fahrt zeichnete sich ab, dass wir wohl nicht all zu viel sehen wurden. Gegen den
mehrere Meter großen Globus auf dem Kap sind wir in dem Nebel nur deswegen nicht gelaufen, weil er beleuchtet war. Empfehlenswert ist ein Besuch des
Panoramakinos. Ein ca. 20-minütiger Naturfilm über das Nordkap und seine Umgebung, Flora und Fauna über und unter Wasser während der verschiedenen
Jahreszeiten gaben einen interessanten Einblick, wie schön es im hohen Norden von Norwegen sein kann, wenn nicht gerade dichter Nebel alles einhüllt.
Der Vor- und Nachmittag standen im Zeichen der Entspannung. Wer wollte,
besuchte einen Dia-Vortrag zum Thema Nordkap, Mitternachtssonne und Fjorde oder badete im beheizten Pool oder betätigte sich anderweitig. Im Restaurant
Odessa gab es vom Maitre de Hotel einen kleinen Exkurs zum Thema Tischdekoration. Hier ein paar inspirierende Bilder!
Nach der Rückkehr vom Nordkap konnte man dann noch bei Musik und Tanz entspannen. Für die Hungrigen gab es Erbseneintopf oder Spaghetti.
Fünfter Seetag, 12.08.2004 Auf der Fahrt vom Nordkap nach Hellesylt/Geiranger (Norwegen) war wieder ein Seetag fällig. Heute konnten die ersten 45min des Reisevideos des Bordfilmstudios angesehen werden. Wer wollte konnte den Film, wahlweise auf DVD oder VHS
-Kassette, zum Preis von 125,00€ bestellen, ein nicht ganz billiges Vergnügen. Fotos in der Größe 10x15 gab es die ganze
Reise über zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten. Dafür waren jeweils 5,00€ fällig, im Vergleich mit anderen Schiffen nicht ganz so teuer.
In diesem Zusammenhang kann generell über die Zusatzkosten, die auf einem Kreuzfahrtschiff entstehen, gesprochen werden.
Auf TS Maxim Gorki sind die Nebenkosten (außer Ausflüge) sehr moderat. Alkoholfreie Getränke schlugen mit 1,45€ je 0
,33ltr. zu Buche, ein Liter Mineralwasser kostete 1,90€, Bier vom Fass (Holsten) 1,40€ (0,2ltr.) bzw. 2,15E (0,4ltr.).
Verschiedene Sorten Flaschenbier kosteten 1,90€ (0,33ltr.). Cocktails, Longdrinks und alkoholische/alkoholfreie Mixgetränke
kosteten in der Regel zwischen 2,30€ und 3,65€. Daneben gab es regelmäßig Happy Hours, die diese Preise noch einmal reduzierten.
Zu den Endpreisen wurde am Ende der Reise noch die Servicegebühr in Höhe von 7% gerechnet. Auch die Reinigungs-, Wasch- und Bügelkosten bewegten sich in einem Bereich,
der meistens deutlich unter den Kosten einer Reinigung zu Hause liegt. Die Abrechnung der Arztkosten (so man einen brauchte) erfolgte nach
Gebührenordnung für Ärzte in Deutschland. An Bord fuhren mit: ein Zahnarzt, ein Internist und ein Chirurg. Es ist empfehlenswert eine Auslandreisekrankenversicherung abzuschließen, denn Behandlungskosten
müssen noch vor Reiseende vom Patienten beglichen werden. Mit Versicherung kann man anschließend die Kosten geltend machen. Wirklich teuer werden immer mehr die Ausflüge. Hier hat man den Eindruck, dass
diese Kosten Jahr für Jahr überproportional steigen. Wenn man, so wie wir, mit vier Personen eine Reise antritt, fallen die
Ausflugskosten gewaltig ins Gewicht. Da muss man sich schon sehr genau überlegen, welchen der Ausflüge man buchen sollte, oder ob vielleicht besser ein individueller Landgang angesagt ist.
Der Abend gehörte ganz dem Galabüfett. Die Küchencrew hatte Köstlichkeiten aus dem Meer, Fleisch- und
Geflügelgerichte, Salate, Kuchen und Desserts in den Restaurants Odessa und Crimea dekorativ arrangiert. Nachdem 20min
Zeit zum Fotografieren war, wurde in zwei gleich großen Sitzungen zum Essen gebeten. Wie hinterher zu hören war, war die
erste Sitzung nicht nur deutlich überfüllt, einige Passagiere sollen auch zweimal beim Essen gesehen worden sein.
In der anschließenden Galashow servierten die Künstler einen schwungvollen Unterhaltungscocktail aus Musik, Gesang, Magie, Humor und Tanz.
Sechster Seetag, 13.08.2004 Wegen der großen Entfernung konnte man an einem weiteren Tag auf See entspannen und die Seele baumeln lassen. Vom Phönixteam und den mitreisenden Künstlern wurde eine Kirmes mit Bazar organisiert, die ein voller Erfolg waren.
Um auch zu Hause einmal etwas Besonderes gestalten zu können, gab es für Interessierte eine Vorstellung in Obst- und Gemüseschnitzereien und in Patisserie-Dekoration.
Außerdem konnten die Passagiere in einem Duty-Free-Verkauf ihre Vorräte an Zigaretten und Alkoholika auffüllen. Die
Preisdifferenz gerade bei Zigaretten ließ auch viele Nichtraucher zugreifen, vielleicht als Mitbringsel für daheim.
Bei der abendlichen Show trat nun auch Chris Christian, ein Spezialist für verschiedene Blasinstrumente, auf. Besonders virtuos beherrscht er die Trompete und seine Panflöte.
Hellesylt/Geiranger (Norwegen), 14.08.2004
Um 9:00 Uhr morgens erreichte das Schiff Hellesylt. Hier gab es nur einen kurzen Stop auf Innenreede, um die Ausflugsgäste für die Wanderung und den
Ganztagsausflug auszubooten. Anschließend fuhr die Gorki in den Geirangerfjord ein. Auch dies ist immer ein ganz besonderes Erlebnis, gilt doch der
Geirangerfjord als einer der schönsten Fjorde Norwegenss. Ebenso wie in Hellesylt wird auch in Geiranger getendert. Die Ausflüge von hier oder von
Hellesylt sind alle lohnenswert, solange das Wetter mitspielt. Höhepunkt ist dann meist die Fahrt auf den Dalsnibba, von dem aus man einen herrlichen Blick in die Umgebung und runter in den Geirangerfjord hat.
Wer gut zu Fuß ist, sollte auf jeden Fall die Wanderung von Hellesylt über das
Flogebirge buchen. Nur so kann man die Natur wirklich zum Greifen nah erleben. Auch dieser Ausflug wird immer in Verbindung mit dem Dalsnibba angeboten.
Um 16:30 Uhr fuhr das letzte Tenderboot von Land zum Schiff, 30min später lichtete die Gorki den Anker und begann ihre Fahrt zum letzten Hafen dieser Reise, nach Bergen.
Nach einem reichlichen Abendessen (deutsch-österreicherische Spezialitäten) unterhielten die Teenies (und jünger) dieser Reise die Gäste der Maxim Gorki mit
einer einstudierten Show. In Anbetracht der Kürze der Zeit legten sie ein sehr professionelles Ergebnis auf die Bühne.
Bergen (Norwegen), 15.08.2004
Schon um 8:00Uhr machte die TS Maxim Gorki am Skoltegrunnskaien fest. Als erstes verließen wieder die Ausflugsteilnehmer in festgelegter Reihenfolge das
Schiff, um einen der gebuchten Ausflüge zu beginnen. Bergen ist aber auch eine Stadt, die man ohne weiteres zu Fuß erkunden kann. Von hier waren es nur 15 Gehminuten, um in die Stadt zu kommen. Auf den Weg dorthin passiert man Bryggen, ein Stadtteil mit einer Reihe gut erhaltener Fachwerkhäuser aus der Zeit als Bergen noch Hansestadt war.
Die zweitgrößte norwegische Stadt (230.000 Einwohner) bietet noch eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten. Erwähnt sei hier der allseits bekannte Fischmarkt, das Bryggen- und Fischereimuseum oder
verschiedene Kunstsammlungen, z.B. von Edvard Munch. Von dem nahegelegenen Fløien hat man
einen wunderschönen Ausblick über die ganze Stadt. Die TS Maxim Gorki liegt wie ein Spielzeug weit entfernt an der Kreuzfahrtpier. Auf den Fløien gelangt man mit
der Fløibahn, einer Zahnradbahn die den Fahrgast für 60NOK (7,50€) in sieben Minuten auf den Fløiberg hinauf bringt.
Den Abend konnten die Gäste bei einer Show mit der Showband Labyrinth verbringen, oder wer wollte nutzte die Zeit, um noch einmal einen Spaziergang zu
unternehmen, denn die Gorki verließ erst um 24:00 Uhr den Hafen.
Letzter Seetag, 16.08.2004 Dieser siebente Seetag war schon geprägt von Abreisestimmung. Heute mussten die Getränkerechnungen beglichen, die Koffer gepackt und die Reisepässe abgeholt werden. Der Tag hielt aber auch noch einige Höhepunkte bereit. Vormittags war Premiere
des fertigen Kreuzfahrtvideos. Wer wollte konnte sich auch noch ein Exemplar sichern. Auch war noch einmal die Gelegenheit, die Russischkenntnisse aufzubessern
oder ein paar Tanzschritte einzuüben. Im Club Shiguli wurden alle Sieger der verschiedenen Wettkämpfe, angefangen mit Tischtennis-, Basketball-,
Fußballturnier, dem Shuffleboardturnier bis hin zum Skatturnier mit einer Medaille und einem Glas Sekt geehrt.
Der Abend diente ganz dem Abschied.
Es war noch einmal Gelegenheit, das Abendkleid und den Smoking bereitzulegen, denn um 19:30 Uhr begann das festliche Abschiedsdinner. Das Küchenpersonal zauberte noch einmal
kulinarische Köstlichkeiten auf die Tische der Gäste. Der traditionelle Höhepunkt auch auf diesem Schiff ist die Parade mit Eistorten und Wunderkerzen, hier „Baked Alaska“ genannt.
Die mitreisenden Künstler gaben anschließend auf der Showbühne im Musiksalon noch einmal ihr Bestes, um beim Publikum in guter Erinnerung zu bleiben. Der
Abend klang bei Champagner und Appetithäppchen in der Rossia-Lounge aus.
Ein kleiner Kritikpunkt sei an dieser Stelle erlaubt. Es zeugt nicht gerade von Geschick, das Abschiedsdinner auf den letzten
Abend zu legen, wenn die Gäste eigentlich ihre Koffer und Taschen schon alle fertig gepackt haben.
Ankunft Bremerhaven, 17.08.2004 Nach 5.039sm (entspricht 9.332km) erreichte TS Maxim Gorki wieder ihren Ausgangspunkt. Wenn man der Statistik des Zahlmeisters der Maxim Gorki Glauben schenken darf, haben ca. 600 Passagiere folgende Mengen verbraucht: Durchschnittlich hat jeder Passagier 4,4kg Fisch, 9,7kg Fleisch, 26,8kg Gemüse,
29kg Obst, 2,75ltr. Speiseeis, fast 44 Eier und mehr als 60 Stücke Kuchen verspeist, in 17 Tagen! Der Getränkeverbrauch ist noch beeindruckender: 4,25ltr. Rotwein, 3,7ltr.
Weißwein, 0,625ltr. Wodka, 4,25itr. Fassbier und 6 Flaschen Bier sind pro Person durch die Kehlen geflossen.
Die meisten Gäste nahmen mit Wehmut Abschied von der TS Maxim Gorki und ihrer Besatzung.
Resümee
Dem Phönixteam ist es gelungen eine sehr interessante Reisse zusammenzustellen. Wenn man das Glück hat, dass auch
noch das Wetter mitspielt, gehört diese Reiseroute mit zu den schönsten die auf dem Kreuzfahrtmarkt angeboten werden.
Die Größe der TS Maxim Gorki, die Besatzung und das Servicepersonal lassen schnell ein allgemeines Wohlfühlklima an
Bord aufkommen. Man hat wirklich das Gefühl an Bord willkommen zu sein. Auf diesem klassischen Kreuzfahrtschiff kann
man noch Kreuzfahrten im herkömmlichen Sinne erleben. Man hat zu keiner Zeit das Gefühl sich in der Menge wie verloren
vorzukommen, wie es z.B auf einem der größeren Einheiten mit der Club-Hotel-Atmosphäre und den Free-Style-Crusing-Konzepten passieren kann.
Das Schiff selbst bietet mit seinem vibrationsarmen Turbineantrieb eine ausgesprochen ruhige Form des Reisens, vermittelt dem Gast aber trotzdem das Gefühl sich auf dem Wasser fortzubewegen.
Wenn Zeitpunkt und Reiseroute passen, wird die TS Maxim Gorki in Zukunft immer ganz oben auf der Auswahlliste stehen,
wenn es darum geht, eine neue Reise vorzubereiten.
|
|